IT-Headhunting zum Anfassen: Wie man ein (sächsisches) Einhorn angelt!

31 Aug 2023

Wer will sie nicht: Senior-Entwicklerinnen*, Architektinnen oder IT-Leiterinnen, die inhaltlich fit sind, mit Kundinnen und Kolleginnen können und wirtschaftlich denken? Doch wo sind diese seltenen Geschöpfe, und womit lockt man sie als Headhunter? Die harte Wahrheit ist, dass auch Einhörner von irgendwas leben müssen: Kinder, Zahnspange, Hund und Tierarzt wollen bezahlt werden. Aber, wie Personalvermittler aus Regionen jenseits des Weißwurst-Äquators wissen: Das sächsische Einhorn wechselt nicht nur des Geldes wegen nach Süd- oder Westdeutschland.

*Disclaimer: Heute haben wir aus Gründen der Einfachheit (und aus Spaß) mal das Femininum durchgezogen. Selbstverständlich sind Männer und alle anderen Geschlechter ebenfalls gemeint.

Was sind also die geheimen Zutaten, mit denen wir die Einhörner aus dem Wald locken?

 

1. Kaffee

 

guter Kaffee

Viele Entwicklerinnen landen früher oder später mal bei uns auf der Couch. Also, nicht die Analysecouch von Sigmund Freud, und eigentlich ist es auch eher ein normaler Stuhl an einem normalen Tisch. Wichtig ist eher, dass auf dem Tisch ein guter Kaffee steht. Wir empfehlen hier den Chemnitzer Bohnenmeister😉

2. Zeit

Beim Kaffee nehmen wir uns Zeit. Was will die Kandidatin? Was will sie nicht? Welcher unserer Kunden passt vielleicht zu ihr? Java war mal cool, und jetzt schlägt das Herz nur noch für Node.JS (jede wie sie mag…)? Okay, dann passt die eine Stelle nicht, zumal es sich um einen pflegebedürftigen Monolithen handelt. Kundenkontakt schon auch, aber keine Projekte? Hm, da kommen Agenturen und Beratungen eher nicht in Frage. Wie wäre es dann mit einer Software, die Daten in einem ganz spezifischen Kontext erfasst und auswertet? Klingt schon besser…

Bei der zweiten Tasse gehen wir in Ruhe weitere Aspekte durch, die eine Rolle spielen können. Keine Lust auf Entwicklung im Rüstungsbereich? Lieber strukturiert, sicher und nicht so familiär? Dann passt das Start-Up mit Bier statt Kaffee beim Vorstellungsgespräch vielleicht doch nicht so ganz. Wie sind die Entwicklungsmöglichkeiten, welche Herausforderungen gibt es, wenn man die Stelle antritt? Ist vielleicht doch die Algo-Schmiede im Automotive Software sinnvoll? Immerhin haben die eine ganz andere Firmenkultur, sind ziemlich groß, bieten sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten, und die Projekte sind bei denen zwischen 6 und 30 Monaten, also auch nicht gerade klassisches Projektgeschäft.

3. Vertrauen

Vertrauen

Die ehrliche Darstellung unserer Kunden mit allen Vorteilen, aber eben auch den Herausforderungen erzeugt Vertrauen. Im IT-Headhunting kennen wir unsere Firmen, viele seit mehreren Jahren, und wissen, wie es dort ist. Wer passt, und wer passt nicht? Was sind die impliziten Erwartungen dort, wie ist das Team gestrickt? Wie international ist die Firma? Wie hoch ist der Frauenanteil in der Entwicklung, und wie ist der Anteil bei den Führungspositionen? Wie haben wir die Chefinnen erlebt, haben die Bodenhaftung und kann man denen trauen? Ehrlichkeit führt zu Vertrauen, und oft endet so ein Gespräch bei Gott und der Welt oder auch bei Branntkalk im Hausbau. Manchmal geht es auch um persönliche Herausforderungen, die Kinder, die Erziehung, Heiraten oder Trennungen, und manchmal dann auch um die Trennung vom aktuellen Arbeitgeber.

4. Loyalität im IT-Headhunting

Loyalität

Die Absage von heute ist die Zusage von morgen. Eine Kandidatin entscheidet sich dagegen, einen unserer Kunden kennenzulernen, und möchte erst mal bei ihrem Arbeitgeber bleiben. Für eine andere haben wir aktuell einfach nichts im Portfolio, das sie so richtig antriggert. Oder die Gehaltsvorstellung passt einfach aktuell nicht zur Firma. Dann war der Termin also Zeitverschwendung? Und die Folgetermine, die sich dann manchmal noch anschließen?

 

Ist das denn überhaupt im IT-Headhunting ökonomisch abbildbar?

 

Eine Kandidatin zwei Jahre zu begleiten, mit vier Terminen, ohne dass sie vermittelt wurde? Yep. Es ist abbildbar. Weil Kandidatinnen keine Massenprodukte sind. Weil Kandidatinnen Menschen sind. Weil es passen muss. Weil man sich zweimal sieht im Leben. Und weil Karma ein Rad ist. Und so wird es am Ende doch ökonomisch abbildbar. Die Kandidatin von damals, die jetzt IT-Leiterin geworden ist und uns beauftragt. Die Kandidatin, die ihrem Arbeitgeber noch eine und noch eine Chance gegeben hat und jetzt die Nase voll hat und final wechselt. Die Kandidatin, die sich damals gegen unseren Kunden entschieden hat und nun doch dorthin will.

Sie alle haben Zeit und Mühe gekostet. Aber am Ende hat es sich bisher (fast) jedes Mal gelohnt. Für sie, für uns und für die Arbeitgeber. Und deswegen werden wir als IT-Headhunter auch in 10 Jahren noch mit Einhörnern aus den sächsischen Wäldern Kaffee trinken, während große Personalvermittlungen aus Westdeutschland bei unseren Kandidatinnen abprallen…

Christian und Katarina Genz

Und wenn sie nicht gestorben sind, vermitteln sie noch heute und finden erfolgreich Mitarbeiter! 😊